-Johanniskraut-

Johanniskraut – Hypericum perforatum – Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)

Johanniskraut nach der Blüte

Traditionell wurde Johanniskraut als Symbol des Lichts und der Sonne zum Binden von Kränzen und Sträußen anlässlich der Sommersonnenwende verwendet. Man nutzte es aber auch für Liebesorakel und zur Abwendung von Unheil. Heute ist Hypericum perforatum vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung bekannt und gilt als „pflanzliches Antidepressivum“. 2015 war das Echte Johanniskraut Heilpflanze des Jahres.

Inhaltsstoffe: Anthocyane, ätherische Öle, Beta-Sitosterol, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Harz, Hyperforin, Hypericin, Hyperinrot, Myristinsäure, Phytosterole, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin

Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Triebe

Standort/Vorkommen:

Ursprünglich beheimatet ist das Echte Johanniskraut in Europa, Nordafrika und Zentralasien. Mittlerweile findet man es aber beinahe weltweit, vor allem an Wegrändern, Dämmen und in lichten Wäldern auf trockenen und kalkhaltigen Böden. Es wächst verbreitet in Gebüschsäumen, an Waldrändern, Wegen und Böschungen, in Magerwiesen und -rasen, in Ginster- und Heidekrautheiden, in Brachen und Waldverlichtungen oder auf Bahnschotter als Pionierpflanze.

Sammelzeit: April- September

Man sammelt das Johanniskraut, wenn es voll erblüht ist (um Johanni am 24. Juni) in dem man es kurz über dem Boden abschneidet. Zu Büscheln gebunden und an einem schattigen Ort, wird es zum Trocknen aufgehängt.

Johanniskrautblüte

Verwendung in der Küche:

Johanniskraut wird nicht nur als Heilmittel verwendet, sondern ist auch eine wertvolle Ergänzung in der Wildkräuterküche. Das gesamte blühende Kraut findet bei der Herstellung von Würzölen als aromatische Zutat Verwendung.

Die jungen Triebspitzen und zarten Blätter können im Frühjahr in den Salat gemischt oder im Kräuterquark untergerührt werden. Die Blätter werden (von April bis Juni) als Würze für Tee, Bitterlikör, Kräuterwein, Schnaps und Bier verwendet. Triebspitzen und junge Blätter (März bis Mai) dienen als Beigabe für Suppen, Eiergerichten, Eintöpfe und Kräuteraufstriche.

Eine hübsche essbare Dekoration sind die zart süßlichen Blüten auf rohen und in gekochten Speisen. Sie eigenen sich zum einfärben von Gemüse und Speiseöl. Die Blüten geben nämlich, wenn sie eingelegt, gekocht oder zerdrückt werden, eine färbende, blutrote Flüssigkeit ab.

Kreativköche mischen einfach eine Handvoll sorgfältig gezupfter Blüten (mitsamt Staubblättern!) in ein Risotto oder lassen sie in der Milch für Pudding und Co. ausziehen. Das Ergebnis bringt in auffälligem orange-gelb die Sonne auf den Teller.

Johanniskraut in der Samenbildung

Rezept:

Johanniskraut-Risotto

Zutaten:

1 rote Zwiebel,
250 g Risotto-Reis,
etwas Wein oder Apfelsaft,
800 ml heißen Gemüsefond oder -Brühe,
eine Handvoll Johanniskraut-Blüten,
Parmesan / Butter / Sesam- oder Olivenöl / Kürbiskerne – je nach Geschmack und Vorliebe

Zubereitung:

Rote Zwiebel fein hacken und mit 250 g Risottoreis in etwas Olivenöl glasig dünsten. Mit einem Schuss Wein oder Saft ablöschen. Nach und nach den heißen Fond aufgießen, unter Rühren einköcheln lassen, wieder aufgießen. Und so weiter. Nach etwa 20 Minuten bzw. nachdem 2/3 der Flüssigkeit eingekocht sind, können die fein abgezupften und eventuell zerkleinerten Johanniskrautblüten zugegeben werden.

Wichtig für die Farbe ist, dass möglichst viele Staubblätter dabei sind. Nach ca. 30 Minuten sollte der Risotto noch bissfest, aber cremig sein. Auf Wunsch ein bis zwei Esslöffel Öl / (vegane) Butter untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wer mag, serviert geriebenen Parmesan oder geröstete Kürbiskerne dazu. Als Beilage eignet sich ein herb-bitterer Salat, zum Beispiel mit Löwenzahn.

Viele weitere tolle Informationen zu unseren kostbaren Wildpflanzen findest Du hier:
www.lebe-liebesbeziehung.de

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