Es ist wieder Bärlauchzeit- Teil 3

Bärlauch, der auch Waldknoblauch, Hexenlauch, Wilder Knoblauch oder Bärenlauch genannt wird, hat bei uns seine Saison von März bis April. Er gehört zur Familie der Läuche, die etwa 1000 Arten umfasst und ist eine heimische Pflanze. Auch in Nordasien ist er zu Hause. Hierzulande ist er nicht nur in unseren Gärten zu finden, sondern wächst auch wild in unseren Wäldern. Er braucht ein mildes Klima und so bevorzugt er Standorte in Auenwäldern unter Laubbäumen. Bärlauch liebt besonders feuchte und humusreiche Böden, auf denen er sich Teppichartig vermehren kann.

Bärlauch im Wald

Bereits die Römer kannten den Bärlauch als Herba salutaris (= heilsames Kraut). Sie zogen den Bärlauch dem Knoblauch vor. Sie schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel und schrieben ihm heilsame Wirkung bei Bluthochdruck, Bronchitis, Hautleiden und Müdigkeit zu.

In Thüringen (Deutschland) wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Brauch des sogenannten Ramschelfests gepflegt. Am Sonntag vor Walpurgis zogen die Bewohner kleiner Dörfer im Raum Erfurt in die Wälder um Bärlauch (damals Ramschel) zu sammeln, zu essen und zu trinken und dann geschmückt mit den Blüten heimzukehren und so die bösen Geister zu vertreiben. Dies konnte ausschließlich in der Walpurgisnacht geschehen, denn in der Walpurgisnacht, so lautete die Sage, durchstreiften Hexen die Wälder und nahmen den Pflanzen die Kräfte, was daran zu erkennen war, dass in der Folge die Pflanzen verwelkten.

Der Zeitpunkt war wohl aus zwei Gründen günstig gewählt: Zum einen zerstören die in der Walpurgisnacht vom 30.April auf den 1.Mai aktiven Hexen die Heilkraft der gegen böse Geister gerichteten Pflanze. Zum anderen erreicht schließlich der Bärlauch Ende April beziehungsweise Anfang Mai ein Optimum an wirksamen Bestandteilen. Wie so oft in der Geschichte der Pflanzenheilkunde geben sich medizinisches Wissen und Volksbrauch die Hand und bilden eine Symbiose.

Bärlauchblüte

Bärlauch ist aber auch eine alte Nahrungs- und Gewürzpflanze ist. Die „Novelle cuisine“ hat dem Bärlauch in den letzten Jahren eine Renaissance beschert, die sich in den auf dem Markt befindlichen Küchenrezepten widerspiegelt.

Hier zwei weitere Rezepte, für die ich Bärlauch gesammelt und verwendet habe. Zuerst ganz klassisch ein Bärlauchpesto.

Bärlauchpesto- der Klassiker

Bärlauchpesto

Dieses Grundrezept für Bärlauchpesto kann ganz leicht  zu einer veganen Variante abwandelt werden. Entweder lässt man den Parmesan weg und erhöht die Salzmenge leicht oder man fügt stattdessen 25 g Hefeflocken hinzu, die dem veganen Bärlauchpesto einen leicht käsigen Geschmack verleihen.

Zutaten:

100 g frischer Bärlauch
70 g Parmesan oder vegetarischer Hartkäse (Stück)
75 g Walnusskerne
75 g Cashewkerne
150 ml Olivenöl
1 EL Zitronensaft
1 TL Meersalz
2 Schraub- oder Einmachgläser  

Ich verwende aber auch ganz gern Pinienkerne, je nachdem worauf ich gerade Lust habe und mir schmeckt.

Zubereitung:

Bärlauch waschen und trocken tupfen. Parmesan reiben. Die Wallnuss- und Cashewkerne in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten. Bärlauch mit Walnüssen und Cashewkernen in einen Mixer geben und grob zerkleinern. Olivenöl, Zitronensaft, geriebenen Parmesan und Salz hinzugeben, kurz auf höchster Stufe untermixen. Falls die Masse noch zu fest sein sollte, kann man mehr Olivenöl hinzugeben. Alles zu einer sämigen Masse mixen und dann in die Gläser abfüllen. Eine dünne Ölschicht auf dem abgefüllten Bärlauchpesto verlängert die Haltbarkeit. Im Kühlschrank aufbewahrt ist es dann bis zu vier Wochen haltbar.

Bärlauch- Zucchini

Süßsauer eingelegte Zucchini und Gurken mit Bärlauch

Zutaten:

2 Kg Zucchini und/oder Gurken
2 Zwiebeln
750 ml Apfelessig
500 ml Wasser
2-3 EL Salz
Wildkräuter nach Geschmack (hier Bärlauch)
Senfkörner
Bärlauchknospen

Zubereitung:

Die Zucchini und Gurken schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zusammen mit den anderen Zutaten, außer dem Bärlauch und den Bärlauchknospen in einen Topf geben und alles aufkochen. (Der Bärlauch und die Knospen werden frisch in die Gläser gefüllt, da diese beim Kochen ihren Geschmack und die Inhaltsstoffe verlieren würden.) Das Ganze einige Minuten kochen lassen.

Die Gläser mit dem grob zerkleinerten Bärlauchblättern und Knospen zu einem drittel befüllen, dann die heißen Gurken und Zucchini darüber schichten und zum Schluss ein paar weitere Bärlauchblätter oben drauf. Das Glas nun bis zum Rand mit dem heißen Sud befüllen und gut verschließen. Ein paar Tage ziehen lassen und dann ist alles auch schon fertig zum Probieren. Guten Appetit.

Weitere wertvolle Informationen zu unseren kostbaren Wildpflanzen und ihrer Verwendung findest Du unter:

www.lebe-liebesbeziehung.de

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